Beiträge die mit ‘Social Media’ ausgezeichnet wurden

9. November 2010 // Stephanie Traub // Social Media, Web 2.0

Facebook und der Datenschutz

Immer wieder gerät die Social Community Facebook bezüglich der deutschen Datenschutzrichtlinien massiv in Kritik. Dr. Martin Bahr hat in seinem Artikel “Facebook: Eine datenschutzrechtliche Analyse” im Magazin Website Boosting Facebook etwas unter die Lupe genommen. Wir möchten Ihnen hier ein paar Fälle vorstellen:

AGB und Nutzung

Facebook Anmeldeformular

Registriert sich ein Nutzer bei Facebook in Deutschland kommt automatisch das Bundesdatenschutzgesetz ins Spiel. Schon zu Beginn verstößt Facebook hier gegen deutsche Datenschutzrichtlinen.

Im linken Anmeldeformular bietet Facebook seinen Nutzern keine Möglichkeit aktiv den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und sonstigen Datenschutzrichtlinien von Facebook zuzustimmen. Hier fordert der deutsche Datenschutz eine wirksame Miteinbeziehung, in der Regel in Form einer nicht vorselektierten Checkbox.

Die Bestimmungen von Facebook sind in die Bereiche Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien unterteilt und es wird mehrfach in den Bestimmungen auf weitere Dokumente verwiesen. Dieses drunter und drüber macht die Richtlinien für die Nutzer sehr undurchsichtig und dadurch erfüllen diese die zwingend notwendige Transparenz nicht.

So beginnen die Nutzungsbedingungen mit der Erklärung, dass bei sprachlichen Widersprüchen zwischen der deutschen Übersetzung und der englischen Version immer die englische Originalfassung zum Tragen kommt. Diese Erklärung von Facebook reicht jedoch nicht aus, und kommt es zu einem Streitfall in Deutschland, gilt in jedem Fall die deutsche Regelung.

Der “Gefällt mir”-Button

Die allgemeine Pflicht eines Webseiten-Betreibers sieht vor, dass diese aus datenschutzrechtlicher Sicht die Vorgaben des Telemediengesetzes beachten müssen und somit die Webseiten-Benutzer darüber informieren, wenn personenbezogene Daten gespeichert oder übermittelt werden. Beim “Gefällt mir”-Button scheitert diese Informationspflicht kläglich, da niemand weiß, welche Daten die Software wo hin schickt. Facebook stellt nur Informationen für die technische Einbindung bereit.

Stellen die deutschen Webseiten-Betreiber keine Information für die Benutzer über diese Tatsache der Datennutzung bereit, liegt eine eigene Datenschutzverletzung vor. Google Analytics Nutzer kennen diese Art der Informationspflicht und sind dadurch gezwungen, einen Datenschutzhinweis auf ihrer Webseiten aufzunehmen. Hier ein Beispiel für eine solche Einbindung von MOSAIQ MEDIA. Werden solche Hinweise auf einer Webseite nicht integriert, kann eine solche Handlung mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Und nun?

Inzwischen begegnet ein Internetnutzer fast auf jeder Seite dem “Gefällt mir”-Button. Diese Funktion ist eine schicke Sache und ist ein wahrer Segen für das Empfehlungsmarketing! Doch sollen wir jetzt alle lieber auf Nummer sicher gehen und die Buttons wieder überall entfernen?

Die Praxis sieht derzeit so aus, dass in der strafrechtlichen Verfolgung von Datenschutzwidrigkeiten nicht wirklich viel passiert. Das liegt daran, dass solche Verstöße Angelegenheit der Bundesländer sind. Die Aufsichtsbehören sind derzeit schlichtweg unterbesetzt, um eine solche Verfolgung zu stemmen. So prognostiziert Dr. Martin Bahr in seinem Artikel, dass auch in Zukunft Facebook und alle anderen Social-Portale sich um das Datenschutzrecht nicht kümmern werden.

Nun, letztlich sind es die Nutzer und deren personenbezogene Daten um die es hier geht. Es bleibt abzuwarten, ob die Aufsichtsbehörden irgendwann anfangen zu reagieren. Die Entscheidung liegt somit aktuell bei denWebseiten-Betreibern selbst und es muss jeder für sich entscheiden, ob der “Gefällt mir”-Button auf der Seite entfernt wird.

Was raten wir Unternehmen? Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte einen Fachanwalt dazu befragen. So oder so: wir bleiben dran und berichten, wenn es Neues zu vermelden gibt!

Foursquare, Gowalla, Brightkite, Facebook Places – Die Basics

Mobile Anwendungen halten Einzug in den Marketingmix. Egal ob es sich dabei um ortsbezogene Marketingkampagnen oder anderen Aktionen in sozialen Netzwerken handelt. So haben wir auch unsere Einweihungsfeier genutzt, um unseren Gästen die Möglichkeit zum Check-In zu bieten. Bei einem Check-In geht es darum, dass ein Anwender sich in einem Portal, wie z. B. Foursquare oder Facebook Places, anmeldet und seine Anwesenheit an einem bestimmten Ort veröffentlicht. Normalerweise verwendet er dazu sein Smartphone, z. B. das iPhone, das automatisch seine geographische Position bestimmt und das Portal passende Orte in der Nähe zur Auswahl anbietet. Nach dem Check-In wird dann im Profil der Aufenthaltsort angezeigt, der je nach Datenschutzeinstellungen auch von Freunden oder anderen Nutzern eingesehen werden kann. Dieser Vorgang bildet die Grundlage für alle Anwendungen die ortsbezogene Informationen anzeigen oder nutzen.

Das alleine ist noch nicht besonders spannend. Im Gegenteil, viele Nutzer, gerade in Deutschland, stehen einer solchen Funktion sehr skeptisch gegenüber. Gerade weil der Aufenthaltsort nicht preisgegeben werden soll und ein natürliches Misstrauen besteht, dass diese Information missbraucht werden könnte. Das ist soweit auch berechtigt. Allerdings kann man mittlerweile recht gut einstellen, wer diese Information überhaupt sehen kann oder ob man die Ortsangaben gegenüber anderen ganz verstecken möchte. Und es lohnt sich die neuen Funktionen zu nutzen. Denn auf der anderen Seite ergeben sich durch ortsbezogene Dienste ganz neue Möglichkeiten und Chancen. Für Unternehmen, für Kunden und für die Beziehung zwischen den Beiden. Nicht umsonst wird Foursquare als das “next big thing” im Internet bezeichnet.

Dabei stehen wir bei der Entwicklung der neuen Möglichkeiten noch ganz am Anfang. Wie kreativ ortsbezogene Marketingkampagnen aussehen können, kann man in den USA schon sehr gut beobachten. Starbucks spielt dabei eine Vorreiterrolle. Leute die sich mehrmals in einem Starbucks “einchecken” können von verschiedenen Rabattaktionen profitieren. Besonders häufige Starbucks Gäste können erweiterte Gutscheinaktionen in Anspruch nehmen. Das sind Aktionen zur Kundenbindung, wie sie besser nicht sein könnten. Planet Hollywood in Las Vegas hatte eine andere Idee um Besucher in ihr Geschäft zu locken. Eine große Leuchtreklame ermöglichte es den “eingecheckten” Benutzern ihren Namen an eben dieser Reklame anzeigen zu lassen. Und wer wollte nicht schon mal seinen Namen in Las Vegas auf einer Werbetafel angezeigt haben :-).

Insofern sehe ich für ortsbezogene Dienste und Marketingkampagnen eine große Zukunft, die spätestens dann an Bedeutung gewinnt, sobald in Deutschland die “kritische Masse” über die Möglichkeit verfügt solche Dienste zu nutzen (die Verbreitung und Nutzung von Smartphones und mobilem Internet wird dabei eine große Rolle spielen) und die Menschen diesen neuen Möglichkeiten nicht mehr ganz so skeptisch gegenüber stehen.

Besuchen Sie uns doch bei nächster Gelegenheit mal und machen auch Sie den Check-In unter MOSAIQ MEDIA auf Facebook Places oder MOSAIQ MEDIA auf Foursquare.

3. November 2010 // Sebastian Bosch // Allgemeines

AIKA Thementag: Vom Unterschied zwischen traditionellem Marketing und Social Media Marketing

Normaler Weise kommt ja das Beste zum Schluss. Beim AIKA-Thementag gab es gleich zu Beginn ein Highlight: Top-Speaker Sanjay Sauldie referierte über das Thema Social Media – und schaffte es dabei sogar, Einsteiger und Experten gleichermaßen für sich und das Thema zu begeistern.

Eine interessante Erkenntnis für mich war seine Erläuterung zum Unterschied zwischen traditionellem Marketing und Social Media-Marketing.

Sein Ansatz: Beim traditionellen Marketing erfolgt der Kundenkontakt durch Unterbrechung. Beim Social Media-Marketing ist der Kundenkontakt mit Erlaubnis!

Wenn man darüber nachdenkt auch völlig klar. Ein Anzeige. Ein TV-Spot. Eine Radio-Werbung: Alles mit Unterbrechung.

Eine Gruppe bei Facebook, ein Newsletter oder RSS-Feeds? Alles mit Erlaubnis! (streng genommen ist die Grenze nicht ganz so exakt, aber zur Einordnung sehr hilfreich).

Aber auch die anderen Referenten konnten mit wissenswertem und guten Vorträgen überzeugen. Dabei waren Marc Wächter zum Thema Mobile und Jan Morgenstern zu rechtlichen Rahmenbedingungen bei Social Media.

Aber am Ende blieb doch alles beim Alten: das Beste zum Schluss! Eine interessante Podiumsdiskussion mit vielen Fragen und Antworten. Von Praktikern, für Praktiker. Mit dabei: Olaf Kolbrück von HORIZONT als Moderator, Marco Fischer (Geschäftsführer Die Firma), die Referenten Jan Morgenstern und Sanjay Sauldie sowie mittendrin unser Mitarbeiter Henning Schürig.

Die übrig gebliebenen Fragen wurden dann in geselliger Runde besprochen – und begossen.

3. September 2010 // Stephanie Traub // Online-Marketing, Social Media

Facebook Fanpage vs. Gruppe

Social Media und Social Media Marketing ist in aller Munde. Nicht nur die Facebook Nutzerzahlen steigen kontinuierlich, sondern es werden auch immer mehr Unternehmen auf dieser Plattform aktiv.

Denken Sie auch darüber nach auf Facebook aktiv zu werden und dort ihr Unternehmen zu präsentieren? Wollen Sie auch mit ihren Kunden und Interessenten in Kontakt treten und an Diskussionen teilnehmen? Dann stellt sich als aller erstes die Frage: Starten wir eine Facebook Fanpage oder eröffnen wir eine Gruppe?

Philipp Roth und Jens Wiese von facebookmarketing.de haben diese Frage beantwortet und geben einen sehr guten Überblick über die Vor- und Nachteile von Fanpages und Gruppen. Hier stellen wir die Eigenschaften kurz vor:

MOSAIQ Fanpage

Fanpage:

  • Vanity URL: das ist eine individuelle URL, bestehend aus Wörtern
  • Unterstützt Anwendungen: bspw. die Einbindung von Flickr
  • Widget Einbindung
  • Nutzer-Statistiken
  • Targeting Updates: Targeting ist die Möglichkeit, eine spezielle Zielgruppe anzusprechen
  • Gezielte Pinnwand- Einträge
  • Aufnahme in den Google-Index
  • Kommunikation mit den Fans üeber Posts: Pinnwand Einträge
  • Updates in die Inbox: Nachrichten
  • Keine Restriktionen

Gruppe:

  • Wird ebenfalls in den Google-Index aufgenommen
  • Kommunikation über Posts ohne Targeting
  • Nur die Möglichkeit bis zu 50.000 Mitglieder
  • Event-Mitteilungen können versendet werden
  • Die Mitgliedschaft nur mit Einladung ermöglichen

Da eine Fanpage die Möglichkeit unbegrenzter Fans, Anwendungem Nutzer-Statisktiken etc. bietet, was für das Monitoring und die Erfolgskontrolle der Social Media Aktivitäten des Unternehmens ist, sollte auf jeden Fall die Fanpage bevorzugt werden.  Diese eignen sich besser für die Kommunikation mit den Facebook-Nutzern und zukünftigen Fans. Deshalb sollte jedes Unternehmen diese Form für ihr Social Media Marketing nutzen.

Deshalb haben auch wir uns für eine Fanpage bei Facebook entschieden. Werden Sie auch Fan und bleiben Sie immer auf dem Laufenden bei MOSAIQ MEDIA.

25. August 2010 // Judith Böhm // Social Media, Web 2.0

Facebook hat mein Twitter aufgefressen

Seit einiger Zeit bemerke ich eine Verlagerung meiner Online-Aktivitäten. Ich nutze immer mehr den Google-Dienst Picasa statt Flickr, weil man bei Picasa ganze Fotoalben runterladen kann. Wie oft habe ich mich schon darüber aufgeregt, dass mir Freunde einen Flickr-Link zu einem privaten Album schicken und ich diese Bilder dann nicht in einem Rutsch runterladen kann. Und, was ich am Anfang für unmöglich gehalten hätte: ich kommuniziere mittlerweile viel mehr über Facebook als per Twitter. Anfangs war ich Facebook gegenüber extrem skeptisch eingestellt und habe mich dort nur angemeldet, weil ich das irgendwie für meinen Job brauchte. Ich war ein großer Fan von Twitter: Das einfache Prinzip, das aufgeräumte Userface und der schnuckelige Fail-Whale sind einfach unschlagbar.

Aber.

Kann sich noch jemand an die Zeiten erinnern, in denen es die Tweets aufs Handy gab? Dieser defizitäre Dienst ist schon lange eingestellt, die Begrenzung auf SMS-kompatible 140 Zeichen ist aber immer noch der Kerngedanke von Twitter. Das hat Twitter erst zu etwas Besonderem gemacht und der Kreativität mancher User Flügel verliehen – es ist schon faszinierend, welche Geschichten und Anekdoten man mit solch wenigen Zeichen erzählen kann. Aber diese Begrenzung kann auch negativ sein. Während bei Twitter der Fokus auf Text liegt und man nur über Umwege Bilder posten kann (z.B. mit Twitpic), ist das bei Facebook alles problemlos möglich – jenseits von 140 Zeichen. Inklusive der Möglichkeit, Diskussionen mit mehreren Teilnehmern zu führen – was bei Twitter kaum bzw. gar nicht möglich ist. Wer schon mal versucht hat, bei Twitter einer Diskussion zweier Teilnehmer zu folgen, weiß wovon ich rede.

Facebook vs. Twitter

Ich persönlich habe das Gefühl, dass bei Twitter einfach kaum noch was geht. Twitter-Mittagessen sind rarer geworden, genauso wie die Twitterlesungen und andere direkt mit Twitter verbundenen Aktivitäten. Wenn einer meiner Freunde seine Twitter-Nachrichten auch bei Facebook einspeist, kommentiere ich sie nur noch bei Facebook. Der Dienst scheint seinen Zenit seit einigen Monaten überschritten zu haben – das sagen auch die Wachstumszahlen: Nach einem explosionsartigen Wachstum ist Twitter nun in der Stagnation angekommen. Und wenn sich meine Kommunikation von Twitter zu Facebook verlagert hat, passiert das Gleiche vielleicht auch bei einigen Millionen anderer User. Mittlerweile fällt es mir zunehmend schwerer, den Vorteil von Twitter zu verargumentieren. Auch wenn Kunden meinen, sie bräuchten unbedingt ein Twitter-Profil bin ich sehr skeptisch. Es kann für bestimmte Nutzungsarten noch sinnvoll sein. Aber insgesamt kommt mir Twitter vor, wie ein sinkendes Schiff – was den Nutzen für Marketingkommunikation angeht.

Wenn ich heute als Unternehmen zwischen Twitter, einem Blog und Facebook wählen müsste – ich würde mich ganz deutlich für Facebook entscheiden. Warum?

Facebook vs. Blog: Es ist so viel einfacher, einen Beitrag bei Facebook zu posten, als einen Blogartikel zu schreiben. Bei Blogs gilt es, sich ein Thema zu suchen, es zu recherchieren und darüber zu schreiben. Bei Facebook kann man auch kurze Häppchen veröffentlichen, z.B. ein Bild mit einem kurzen Text. Was eben gerade anfällt. Ohne den hohen Anspruch wie an einen Blogartikel. Zudem muss man sich bei Facebook kaum um die Technik kümmern.

Facebook vs. Twitter: Bei Facebook kann ich nicht nur Texte schreiben, sondern auch Videos und Bilder posten. Zudem gibt es bei Facebook mehr Engagement der User. Das liegt zum einen daran, dass Facebook sehr viel mehr User hat als Twitter und zum anderen daran, dass es einfacher ist, einen “Gefällt mir”-Button zu klicken, als eine Antwort per Twitter zu schreiben.

Facebook bietet derzeit einfach sehr viele Vorteile: Links werden gleich mit Anriss und Bild gepostet, man kann Videos online stellen, kommentieren usw. Diskussionen mit mehreren Teilnehmern sind möglich und auch später ist es einfach, Diskussionen nachzuvollziehen. Die Facebook-Apps sind eine riesige Spielwiese mit großem Potential. Die Nutzerzahl ist mit einer halben Milliarde extrem groß und die tägliche Verweildauer der User ist relativ hoch.

Klar ist, dass, so unvorstellbar es heute anmuten mag, auch Facebook irgendwann von einem anderen Player auf dem Markt überholt wird. Oder dass sich das Zeitalter der Social Networks womöglich irgendwann dem Ende entgegen neigt. Aber dann bin ich hoffentlich schon auf den nächsten Online-Dampfer aufgesprungen und rate Kunden dann von einem Engagement bei Facebook ab.

MOSAIQ MEDIA

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