Das Wachstum von Facebook ist ungebremst. 500 Millionen Benutzer versammelt auf einer Plattform? Kein Problem. Keine sechs Monate sind vergangen um von ursprünglich 400 Millionen auf über 500 Millionen Menschen zu wachsen. Das Potential wurde von vielen Unternehmen inzwischen auch erkannt. Zumindestens hat jeder Marketingverantwortliche sich schon mal mit Facebook beschäftigt.
Nun werden die Aktivitäten im Facebook-Ökosystem gesteigert. Erste Werbekampagnen sind sehr eng mit Facebook verknüpft, so geschehen bei der Volkswagen Bluemotion Kampagne von DDB Tribal. Der Egmont Verlag “schließt” den Internetauftritt der FHM um ausschließlich auf eine Facebook Seite zu setzen. Praktisch alle Business-to-Consumer-Marken sind in Facebook vertreten (mal gut, mal schlecht). All das allerdings noch ohne die eigentlichen Transaktionen. Das heißt, Produkte werden höchstens angepriesen, der Kaufvorgang findet aber im eigenen Onlineshop statt. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, die sind aber selten. Vor allem namhafte Marken verweisen den Besucher dann letztendlich doch auf die eigenen Webseiten.
Aber wir werden hier einen Wandel feststellen und in Zukunft viel mehr direkt in Facebook machen können. Unternehmen sollen ja schließlich ihre Kunden dort abholen, wo die Zielgruppe sich bewegt. Das hat sich wahrscheinlich auch Delta Airlines gedacht, die das “Delta Ticket Window” erschaffen hat. Das ist eine Anwendung die auf der entsprechenden Delta-Seite auf Facebook aufgerufen werden kann. Und die es erlaubt Flugtickets zu buchen. Direkt in Facebook. Ohne Wechsel der Website. Die schöne neue Welt. Gut, das vielleicht nicht, aber es vereinfacht die Transaktion. Und das ist schließlich einer der Usability-Hauptziele die es zu erreichen gilt, dem Besucher so wenige Hindernisse in den Weg zu legen wie nur möglich.
Und ich glaube fest daran, dass das nur die ersten Versuche sind. Viele weitere Unternehmen werden auf eine ähnliche Art und Weise versuchen, ihre Produkte direkt auf Facebook zu verkaufen. Und wann springen Sie auf den Facebook-Zug auf?
Inzwischen ist jeder zehnte Deutsche ein Facebook-Mitglied. Aus Unternehmenssicht sollte daher das Thema Social Media und gerade Social Communities in die Kommunikationsstrategie mit integriert werden!
Vor allem Online-Shops können von einer Präsenz bei Facebook profitieren. Durch die Möglichkeit den “Gefällt mir”-Button zu jedem Produkt auf der eigenen Webseite einbinden zu können, wird direkt von der Zielgruppe selbst Werbung betrieben.
Die Hemmschwelle für den kleinen “Gefällt-mir”-Button ist für Facebook-Nutzer relativ gering und findet der Shopbesucher ein schönes Stück, ist er mit Sicherheit schnell bereit, den Artikel seinen Freunden zu zeigen.

Die Shopping-Plattform DaWanda ist ein Marktplatz für private Verkäufer, die selbst hergestellte Produkte verkaufen. Von selbstgenähten Kleidern, über Ohrringe findet der Besucher hier sehr viele, schöne Raritäten. Auf der DaWanda-Webseite ist der “Gefällt mir”-Button elegant im rechten Seitenbereich eingebunden, sehr präsent, aber nicht störend.
Durch einen kleinen Klick wird meinen Freunden auf ihrer Neuigkeiten-Seite in Facebook angezeigt, dass der entsprechende Artikel mir gefällt und ist auf die DaWanda-Webseite verlinkt. Das ist Werbung – schnell und einfach gemacht. Sozusagen High-Level-Empfehlungsmarketing!
Die Sorgen von Käufern im Web wie
- “Kann ich diesem Shopbetreiber vertrauen?”
- “Bekomme ich im Zweifelsfall mein Geld zurück?”
- “Wie wird meinen Daten umgegangen?”
sind weit verbreitet und führen zu vermehrten Abbruchquoten und damit direktem Absatzverlust.
Umso wichtiger ist es, dass Shopbetreiber das Vertrauen der potentiellen Käufer erhalten – indem sie dies z.B. mit einen Shopsiegel deutlich machen. Und tatsächlich: Neuere Studien zeigen eine deutliche Steigerung von Konversionsraten sobald ein solches Shopsiegel in die Webseite integriert wurde – teilweise sogar über 40%. Dabei ist aber nicht jedes Shopsiegel gleich vertrauenseinflößend wie die Studie des E-Commerce-Center Handel in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Mücke Sturm & Company gezeigt hat. An der Spitze steht das Trusted Shops-Zertifikat, gefolgt von dem Zertifkat “Geprüfter Onlineshop”.
Dass auf Seiten der Käufer auch nicht jedem Prüfsiegel vertraut werden kann zeigt eine andere aktuelle Studie zum Thema: Allenfalls bei den Siegeln Trusted Shops, TÜV-Süd Safer Shopping, IPS Internet Privacy und EHI Geprüfter Online Shop kann sich demnach der Nutzer sicher sein, dass alles mit Rechten Dingen zugeht.
Vergleicht man die Preise der Online Prüfsiegel, die zwischen 700-1200 EUR / Jahr liegen kann mit einer Konversionsratenzunahme ein hoher Kosten-Nutzen-Effekt entstehen, den kein Shop verpassen sollte. Im Normalfall muss die Prüfung nach 12 Monaten wiederholt werden – spätestens dann kann man anhand der Web Controlling-Daten auch nachvollziehen, ob und was das Siegel gebracht hat.
Eine Studie der ibi Research, ein Ableger der Universität Regensburg, hat ergeben, dass die angebotenen Zahlungsverfahren entscheidend sind, ob ein Interessent in einem Onlineshop bestellt oder nicht. Dabei wurden ca. 1.300 Personen nach dem Kaufverhalten und den Erfahrungen mit Onlineshops befragt.
Die Befragten hatten in der Studie die Möglichkeit ein Zahlungsverfahren zu wählen oder aber den Kaufvorgang abzubrechen.
Dabei wurde herausgefunden, dass die Akzeptanz eines Onlineshops stark davon abhängig ist, wie viele und welche Bezahlmöglichkeiten angeboten werden. Am beliebtesten ist natürlich die Bezahlung auf Rechnung. Danach entscheiden sich potentielle Käufer für das Lastschriftverfahren und Kreditkartenzahlungen. Zuletzt wählt der Besucher die Bezahlung per Vorkasse. Allerdings kann die Bezahlung per Vorkasse durch das Anbieten von Rabatten gefördert werden. Außerdem hat ein Gütesiegel die Abbruchquote um ein Drittel gesenkt.
Die Studie belegt also, dass ein Onlineshop mindestens die Zahlung per Lastschrift und Kreditkarte zulassen sollte, besser noch den Einkauf per Rechnung. Natürlich müssen hier andere Vorkehrungen getroffen werden, um zu prüfen ob ein Einkäufer die bestellte Ware überhaupt bezahlen kann und möchte. Das Risiko mit unbezahlten Bestellungen kann so auf jeden Fall reduziert, wenn auch nicht ausgeschlossen werden.
Themenschwerpunkte der E-Commerce Conference am 15.04.2008 in München waren u.a. Shopsysteme, eShop-Software, Webshopgestaltung, Webshopanalyse, -marketing und Strategien, Shopprozesse, Webcontrolling, Logistik, Recht und E-Payment.
Der Fokus wurde insbesondere auf mobile Bezahlsysteme gelegt, wie sie z.B. von Luupay und O2 angeboten werden. Die größten Zahlungsstörungen in E-Shops gehören bekanntlich zur Kategorie “ausbleibende Zahlung trotz korrekter Lieferung”. Luupay bietet daher ein Bezahlsystem an, das -wie auch viele andere- Kosten bei Zahlungsausfällen übernimmt: Ein eigenes Inkasso hilft dabei. Sicherheit für Händler und Zahlenden bietet hier zusätzlich ein Verifizierungs-PIN, der beim Einkauf im Internet auf das Handy geschickt wird und eingegeben werden muss. Nur dann wird der Betrag vom Konto des Einkäufers abgebucht.
Besonders interessant war zudem ein technisch orientierter Beitrag des Softwareunternehmens Mayflower. Im Beitrag von Herrn Schotte “E-Shops on Steroids” ging es um die Performance-Orientierung des Shops und die Frage wie man die Schnelligkeit des Seitenaufbau eines Shops beeinflussen kann.
Die Konferenz war gerade deshalb so interessant, weil die Beiträge visionäre Ideen und Konzepte beinhalteten – und nicht in eine Werbeveranstaltung der Redner ausarteten. Ein großes Lob an die Organisation – nächstes Jahr bin ich sicherlich wieder mit dabei!