veröffentlicht am 16. März 2009 von
Team-Autor:
Nina King
Was die einen lieben, tun die anderen als ein Verkommen der Sprache ab – ein interessantes Sprachphänomen bleibt es aber allemal: Der Internetjargon.
Chatten über Instant Messenger und Communities muss schnell gehen. Deshalb wurden im Laufe der Zeit Abkürzungen und Smilezeichen geschaffen mit denen man in wenigen Buchstaben und Zeichen viel ausdrücken kann – eine Art Stenographie fürs Internet sozusagen.
Von lol (laughing out loud) bis thx (thanks) – die englische Sprache dominiert bei diesen Ausdrücken. In China aber hat sich eine sehr viel intensiver genutzte, eigene Form des Internetjargons etabliert. Mit über 2000 neu erfunden Netzwörtern, Mischungen aus englischen, arabischen und japanischen Wörtern in Form von Abkürzungen, Homophonen und Metaphern chattet die junge Internetgeneration Chinas.
Beispiele:
Das Wort Trockner wird [hong pei chi] ausgesprochen, und bedeutet daher Homepage
88 wird [ba ba] ausgesprochen – ähnlich wie Bye, bye!
MM wird [meimei] ausgesprochen, bedeutet “schöne Augenbrauen” und ist daher ein Synonym für die Frau
Die erfolgreichste chinesische Spieleplattform heißt übrigens 163.com. In der homophonen Übersetzung heißt 163 “alles Gute” oder “gute Reise”. Zahlenkombinationen sind im chinesischen Internet aufgrund der Lautbedeutung sehr oft anzutreffen und werden in Domains und Chats als willkommene Möglichkeit der Abkürzung genutzt.
Ein exemplarischer Chat-Auszug aus dem Artikel Du bist eine 286 bei Heise:
“7456 [es hat mich wirklich geärgert]. TMD [ta ma de: Verdammt noch mal]. Warum kommen sowohl die Garnelen [Internet-Profis] wie auch die Gemüse-Vögel [Laien im Netz] zu meinem Trockner [hong pei chi, Homepage], um hier Wasser aufzufüllen [überflüssige Kommentare zu veröffentlichen]? So 94 [ist es]. Ich komme nachher noch zurück, um Eisen zu schmieden [am Chat teilnehmen]. 886 [tschüss]!”
In diesem Sinne: Vielen Dank für den Besuch auf unserem Trockner, 886 und 163!
veröffentlicht am 4. Februar 2008 von
Team-Autor:
Nina King
Im Jahre 2008 n. Chr. ist die ganze Welt von den Googlern besetzt. Die ganze Welt? Nein, die Bewohner mehrerer Staaten denken gar nicht dran, ihren Widerstand gegen die Besatzer aufzugeben:
Russland:
www.yandex.ru | 56,7%
www.rambler.ru | 16,8%
www.yahoo.ru | 14,1%
China
www.baidu.cn | 69,5%
www.google.cn | 23%
www.yahoo.cn | 2,3%
Tschechien
www.seznam.cz | 62,53%
www.google.cz | 24,7%
www.centrum.cz | 4,84%
Südkorea
www.naver.com | 72,7%
www.daum.net | 11,5%
kr.yahoo.com | 6,5%
Angesichts der neuen Studie von BITKOM, in der es heißt dass weltweit 66% aller Suchanfragen über Google getätigt werden (Yahoo (13,1%), Baidu (7,0%), MSN Search (3,5%) bleibt abzuwarten, wie lange der Widerstand gehalten werden kann…
Die Frage die sich stellt ist: Warum werden in diesen Ländern andere Suchmaschinen genutzt, wenn Google so hervorragende Suchergebnisse liefert? Wurde ein Einstieg in den Markt zu spät gewagt?
Ich denke die Sprache ist hier der entscheidende Knackpunkt. Unterschiedliche Sprachen folgen unterschiedlichen grammatikalischen Regeln, die einem Außenstehenden meist verschlossen bleiben. In China wirbt Baidu beispielsweise kräftig damit als chinesische Suchmaschine die Sensibilität für die Sprache zu haben, und dadurch bessere Ergebnisse zu liefern. Ein Werbevideo von Baidu zeigt das sehr aussagekräftig: Ein westlicher Mann wird seiner Schreibfehler im Chinesischen korrigiert – ein konkreter Bezug auf Googles Unfähigkeit die chinesische Sprache vollends zu verstehen.
Sie sehen, der Suchmaschinenmarkt ist und bleibt trotz der Monopol-Stellung Googles spannend. Es bleibt abzuwarten, was die Yahoo-Übernahme Microsofts ergibt – und welche Fortschritte die westlichen Suchmaschinen im Verständnis anderer Sprachen verzeichnen können…
veröffentlicht am 14. Januar 2008 von
Team-Autor:
Nina King
Seit dem Beitritt Chinas zur World Trade Organisation (WTO) drängen immer mehr Unternehmen der westlichen Welt auf den chinesischen Markt und sehen sich vielfältigen kulturellen, ökonomischen und gesetzlichen Hürden gegenüber, die eine Auseinandersetzung mit und eine Anpassung an den Markt erfordern – nicht nur hinsichtlich des Portfolios und des Vertriebs, sondern auch insbesondere der Kommunikation.
Im Rahmen der Markenführung im Internet, die sich auf die Markenkommunikation konzentriert, ergeben sich neue Möglichkeiten der Positionierung: zum einen durch die multimedialen und interaktiven Ansprachemöglichkeiten, zum anderen durch die rasant steigende Anzahl und Kaufkraft chinesischer Internetnutzer.
Gleichzeitig stellt sich aber hier die Frage, in wie weit sich die Nutzung des Mediums von der in westlichen Ländern unterscheidet und welche Auswirkungen dies auf die praktische Umsetzung der Markenkommunikation in China hat.
Das Internet gilt dabei als Wegbereiter des globalen Marketings und eröffnet den Unternehmen neue weltweite Kommunikations- und Vertriebsmöglichkeiten. Der chinesische Markt stellt dabei jedoch im besonderen Maße Neuland dar:
die starken, mit der Abschottung des chinesischen Internets vom World Wide Web verbundenen rechtlichen Restriktionen
die kulturellen Unterschiede in der Internetnutzung
die heterogene ökonomische und infrastrukturelle Entwicklung des Landes
All diese Faktoren müssen neben der Besonderheiten, die sich für die Markenführung im Medium Internet ergeben, sorgfältig bei der Markenkommunikation beachtet werden, wenn sich ausländische Marken in China etablieren wollen.
Welche Maßnahmen der Kommunikation können im Internet Erfolg versprechend eingesetzt werden? Für westliche Unternehmen resultiert aus dem Engagement im chinesischen Markt eine Gratwanderung zwischen lokaler Anpassung und globaler Markenführung mit weit reichenden Folgen für den zukünftigen Erfolg.
Buchtipp: Markenführung im chinesischen Internet
Autor: Nina Schweinsberg
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