veröffentlicht am 18. September 2008 von
Team-Autor:
Glenn Kusardi
Während gestern und heute noch der Online Marketing Kongress stattfindet, waren auch schon am Dienstag ca. 300 Besucher zum Marketing Leaders Day in Düsseldorf. Dort hat sich alles um das Thema “mehr Effizienz im Marketing” gedreht.
Der neue Kongresstag soll vor allem Marketingverantwortliche und Marketingcontroller ansprechen, die sich über die neuesten Trends im Bereich der Marketing-Prozessoptimierung informieren wollen. Tatsächlich gewann man allerdings den Eindruck, dass es sich hierbei um die PROKOM unter einem neuen Namen handelte. Zwar war die Veranstaltung besser organisiert, die Qualität der Referenten besser und die Teilnehmerzahl höher, doch die Themen gleichen sich.
So wurden verschiedene Systeme vorgestellt um Anzeigen besser zu verwalten, die Produktion von Printunterlagen teilweise zu automatisieren oder Web-to-Print noch komfortabler zu gestalten.
Die gleiche Ausrichtung ist aber nicht weiter schlimm, weil die PROKOM ohnehin dringend eine Konkurrenzveranstaltung brauchte und spätestens nächstes Jahr der Marketing Leaders Day das Thema Prozessoptimierung im Marketing besser abdecken wird, als die PROKOM.
Gut ist der Weg eine andere Zielgruppe anzusprechen. Weg von der sehr IT-lastigen PROKOM hin zu einer direkten Ansprache der Marketingabteilungen. Weil dort der Leidensdruck am höchsten ist und dort der Bedarf für neue Marketingtools entsteht. Zumindestens hoffe ich, dass das Marketing neue Impulse von dem Kongress mitgenommen hat und ihre bestehenden Prozesse nochmals neu betrachten.
Die PROKOM 2008 ist letzte Woche zu Ende gegangen und einem Rückblick steht nichts mehr im Wege. Alles im allem war die PROKOM “business as usual”. Sie ist zwar deutlich größer geworden, insbesondere bei der Anzahl der Aussteller und der Ausstellungsfläche, gleichzeitig stagnierte aber der Umfang und die Qualität der Vorträge. Außerdem steigerte die höhere Anzahl der Aussteller nicht gleichzeitig die Nachfrage der Besucher.
So konnte man das Gefühl bekommen, dass mehr Aussteller und Mitarbeiter auf dem Kongress waren, als tatsächliche Kongressteilnehmer. Vorträge mussten stellenweise, aufgrund fehlender Gäste verschoben werden. Letztendlich konnte man sich aber zu allen angekündigten Themen informieren.
Die Vortragsthemen behandelten, wie auch schon 2007, die Bereiche Produktdatenmanagement in Verbindung mit der Verwaltung von Übersetzungen und anderen angeschlossenen Anwendungen und Publikationen. Im Mittelpunkt stand oft auch die höhere Internationalisierung in den Unternehmen und die damit verbundenen Probleme. Verschiedene Lösungsansätze wurden beleuchtet, mit deren Hilfe das Produktmanagement verbessert werden kann, z. B. durch die Integration von Translation Memory Systemen und den Einsatz von Terminologiedatenbanken.
Die PROKOM ist weiterhin im Bereich der Produktkommunikation ein sehr wichtiger Veranstaltungstermin im Kalender. In den nächsten Jahren sollte aber mehr auf das Gleichgewicht zwischen Ausstellern und Teilnehmern geachtet werden.
Weil es so aktuell ist, eine kleine Zwischenmeldung: Das europäische Patentamt hat das “Web-to-Print-Patent” als ungültig erklärt.
Mehr Informationen dazu im Heise Newsticker.
Es war einmal ein Patent das vom US-Unternehmen VistaPrint beim europäischen Patentamt eingereicht und auch bewilligt wurde. Das Patent beschreibt die Herstellung druckfertiger Daten mittels einer Client-/Servertechnologie. Dabei werden auf dem Client nur niedrigauflösende Grobdaten verarbeitet, Parameter an den Server geschickt und serverseitig zu hochauflösenden Druckdaten aufbereitet. In die Schlagzeilen geriet VistaPrint und das Patent dadurch, dass das Unternehmen Mitbewerber aufforderte das im Patent beschriebene Verfahren nicht mehr zu nutzen.
Wie der Fachdienst beyond print und Heise berichteten, prüft das europäische Patentamt nun den Widerruf des Patents. Drei Unternehmen reichten Widerspruch ein, das Schutzrecht soll nun im April in einem Anhörungsverfahren geprüft werden.
Damit verbunden könnten auch vergleichbare Patente widerrufen werden. VistaPrint hält noch ein weiteres Patent das ein Verfahren beschreibt das unter anderem bei Web-to-Print genutzt wird.
Adobe hat mit Ihrem Adobe InDesign Server bisher alles richtig gemacht. Sie waren zum richtigen Zeitpunkt am Markt und haben anderen Softwareherstellern die Anbindung des InDesign Servers möglichst einfach gemacht. Quark hat diesen Trend weitestgehend verschlafen und veröffentlichte erst später einen konkurrenzfähigen QuarkXPress Server.
Nun scheint aber Quark aufzuholen und verlorene Marktanteile gut machen zu wollen. Kürzlich erst gaben Quark und Alfresco eine engere Zusammenarbeit bekannt. Alfresco ist Hersteller einer auf Java basierenden Open Source Enterprise Content Management Lösung.
Damit positioniert sich Quark beim Thema Database Publishing erstmals anders als Adobe. Während Adobe sich auf die Bereitstellung der technischen Plattform zur serverbasierten Generierung von InDesign-Dokumenten beschränkt, so versucht Quark über die quelloffene Software Alfresco auch direkt den Endkundenmarkt zu bedienen.
Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass diese Tatsache kommerzielle Softwarehersteller abschrecken könnte, QuarkXPress Server anzubinden. Damit wäre die Auswahl an verschiedenen Softwarelösungen doch sehr eingeschränkt.
Letztendlich wird der Markt entscheiden ob diese Kombination ein Erfolg wird. Für Quark ist diese Strategie ein riskantes Spiel, schließlich hängt der Erfolg vom QuarkXPress-Client auch vom Erfolg der entsprechenden Serversoftware ab.