veröffentlicht am 5. Juli 2010 von
Team-Autor:
Astrid Sackel
Wieder einmal ein hervorragendes Beispiel für virales Marketing:
Enorm witzig, mutig und frech und wen spricht die Billigflieger-Familie nicht an?
Germanwings hat mit dieser mutigen Kampagne viel Aufsehen erregt und auch Zuspruch gewonnen, das zeigen über 290.000 Aufrufe auf Youtube und zahlreiche Kommentare. Die Kosten für Pappschilder, Handkamera und Billig-Flugtickets liegen im untersten Low-Budget Bereich, der Effekt ist unbezahlbar, und ein erfolgreiches Kontern von Konkurrent easyjet nahezu unmöglich.
Und der Name Planemob rundet die Kampagne ab, trendy, kurz, aussagekräftig und bleibt sicher im Gedächtnis.
veröffentlicht am 22. April 2010 von
Team-Autor:
Nina King
Buchempfehlung: Bullshit Bingo
Spätestens seit dem Werbetrailer von IBM, weiß jeder, was mit “Bullshit Bingo” bzw. “Buzzword Bingo” gemeint ist: Der überflüssige Gebrauch sinnloser und austauschbarer Worthülsen im Geschäftsleben als Bingo-Spiel.
Werbetexte sind davon besonders stark betroffen. Denken Sie doch nur einmal an all die überflüssigen Superlative (“die neusten Innovationen”), abgedroschenen Phrasen (zukunftsorientiert denken, intelligente Lösungen) und zusammengesetzten Wörter wie Effizienzsteigerung, kostenreduzierend oder Optimierungspotential. Nutzen Sie Buzzwörter in Ihrer Außenkommunikation bewirkt das insbesondere eins: Sie werden vollkommen austauschbar.
Ein Beispiel: Blättern Sie doch einmal durch eine Broschüre Ihrer Konkurrenz – so auch die Empfehlung im Buch “Bullshit Bingo” von Albert Heise – und lesen Sie die Texte genau durch. So kann man bei einem Handelsunternehmen lesen (S. 12):
Private und gewerbliche Kunden erleben bei uns das volle Leistungsspektrum des Handels – mit Sortimenten, die in punkto Vielfalt, Qualität und Preis keine Wünsche offen lassen. [...] Die XX Group steht für umfassende Handelskompetenz, Internationalität und hohe Innovationskraft.
Sind Sie überzeugt? Dieser Text könnte doch bei jedem x-beliebigen Konkurrenten genauso gelten! Es gilt also andere Wege in der Außenkommunikation zu beschreiten.
Social Media als Wegbereiter der authentischen Kommunikation
Nicht nur die Wirtschaftskrise hat die Konsumenten sensibler für Worthülsen gemacht – auch Soziale Web trägt seinen Teil dazu bei. Schreibt ein neuer Mitarbeiter im Blog über seine ersten Eindrücke vom Unternehmen, wird er ganz sicher nicht von “innovative Lösungskonzepte für die technischen Anforderung unserer Kunden” sprechen.
Möglichkeiten authentischer, emotionaler und damit ansprechendere Werbetexte zu schreiben zeigt das Buch “Bullshit Bingo” auf. Es ruft dazu auf mutiger zu werden und sich von der internen Unternehmenssicht zu lösen. Denn: Nur wer auffällt kann sich von der Konkurrenz abgrenzen.
Ich möchte dieses Buch deshalb jedem Texter ans Herz legen – es bläst frischen Wind in die Werbewelt!
veröffentlicht am 11. Februar 2010 von
Team-Autor:
Nina King
Die Vermutung liegt nahe: Die Frage, ob ein Unternehmen heutzutage erfolgreich Online Marketing-Maßnahmen durchführen kann, liegt auch am Führungstil im Unternehmen. Hohe Hierarchieunterschiede und Kontrollinstanzen verhindern ein Engagement im Social Web, während ein kooperativer Führungsstil ein Engagement unterstützt und auch nach Außen natürlicher erscheinen lässt. „In order to join the conversation you need people representing the brand“ hat der Innovation Manager von BMW, Tony Douglas, in Bezug auf die Kommunikation über soziale Medien (Facebook, Xing, Blogs, Wikis etc.) so passend gesagt. Die Verantwortung für die Marke wird also abgegeben: An den Mitarbeiter und in letzter Instanz an den Kunden selbst.
Allerdings: Ist nicht BMW an sich nicht auch ein stark hierarchisch gegliedertes Unternehmen?
Reaktionszeiten und Kontrollinstanzen
Bei Twitter -als eines der Extrembeispiele- erwarten Nutzer eine sofortige Antwort auf ihre Anfragen. Nachrichten verbreiten sich über die Retweet-Funktion rasend schnell – dementsprechend schnell muss ein Unternehmen auch reagieren können. In Unternehmen mit allzu vielen Kontrollinstanzen kann für eine Antwort aber gut und gerne ein Tag ins Land gehen, wie das amüsante Beispiel „Wenn Unternehmen twittern“ zeigt.
Die Kommunikation beschränkt sich dann auf stark kontrollierte Inhalte, die sich durch Eindirektionalität und Eindimensionalität auszeichnet. Auch was die Nutzung von Plattformen betrifft: Die Unternehmenswebseite fungiert als zentrale Plattform für alle Veröffentlichungen. Social Media wird hier auch viel zu zeit- und kostenintensiv.
Kontrolle abgeben und profitieren
Andere Unternehmen aber haben eingesehen, dass Marken nicht mehr nur vom Unternehmen geführt werden können und engagieren Mitarbeitern, die direkt die Marke nach Außen hin repräsentieren (Twitterer, Blogschreiber, Community-Manager). Der zu zahlende Preis: Kontrolle. Man bekommt: Authentische Kommunikation im direkten Kontakt mit den Kunden, Ideen für die Service- und Produktoptimierung, persönliche Weiterempfehlungen, Vertrauen in die Marke – und das über mehrere Online-Kanäle hinweg. Die Übergabe der Verantwortung macht auch Sinn, wenn man bedenkt, dass bei einer Umfrage von 350 Führungskräften in 2009 20 Prozent nicht wussten, was sich hinter dem Begriff Web 2.0 überhaupt verbirgt (Quelle). Hier gibt es anscheinend noch Aufklärungsbedarf.
Die Stilsache
Die Frage der Kontrollabgabe bezieht sich wohl nicht unbedingt auf den Führungsstil des gesamten Unternehmens, wie viele Beispiele von Großunternehmen mit hierarchischen Strukturen zeigen – sondern wohl eher darauf, welche Freiheiten in der Kommunikation im direkten Kundenkontakt gelassen werden, an der “Quelle” sozusagen. Und das heißt nicht unbedingt laissez-fair ohne Strategie – sondern der Einsatz verantwortungsbewusster Mitarbeiter, die im Kundenumgang authentisch und im Sinne des Unternehmens agieren können.
veröffentlicht am 14. September 2009 von
Team-Autor:
Nina King
“Bilder sagen mehr als tausend Worte” – auch wenn dieses Sprichwort schon etwas verbraucht erscheint: Für die Online-Welt stimmt nichts mehr als das. Immer mehr Webseiten setzen auf großflächige Bilder- sei es als Hintergrund oder integriert in Slidern- und sind teilweise sogar komplett auf Fotografien aufgebaut, mit dem Ziel Emotionen zu wecken.
Ich möchte sogar soweit gehen und sagen, dass die Bildwelt einer Webseite dessen Aussagekraft maßgeblich beeinflusst, und das gesamte Webdesign an sich maßgeblich bestimmt. Das Design des “Website-Gerüsts” (also Aussehen und Platzierung von Navigation und Inhaltselementen) spielt eine weniger wichtige Rolle und kann gegenüber den verwendeten Bildern als untergeordnet betrachtet werden. So kann aber auch eine fade und statische Bildwelt das Webdesign regelrecht zunichte machen – und zusätzlich im Gegensatz zu den Werbeaussagen stehen.
Nehmen Sie einem Unternehmen eine hohe Serviceorientierung ab, wenn der Servicemitarbeiter mit verschränkten Armen vor Ihnen steht und womöglich noch grimmig dreinschaut? Eben! Genauso glaube ich nicht an die hohe Innovationskraft eines Unternehmens, wenn mir kleine, statische, gestellte Bilder von Anno dazumal auf ihrer Webseite entgegenspringen.
Dieser Mini MAP Report bietet wertvolle Einsicht in die visuellen Trends, die den Look der Massenkommunikation verändern werden. Das weltweit aktive Creative Research Team von Getty Images hat seit Beginn des Wirtschaftsabschwungs Hunderte von Werbekampagnen aus allen Teilen der Welt untersucht und die Ergebnisse in dieser Studie zusammengefasst. Der Report zeigt Trends auf, die keine vorübergehenden Modeerscheinungen, sondern langfristige Entwicklungen sind, und kann so allen Nutzern von Bildmaterial als praktische Hilfestellung bei der Schaffung visueller Kommunikation dienen.
Machen Sie sich daher vor dem Relaunch über eine zur Positionierung passende Bilderwelt Gedanken. Sie ist die Körpersprache Ihrer Website – und die spricht ja bekanntlich auch mehr als tausend Worte.
veröffentlicht am 12. Juli 2009 von
Team-Autor:
Sebastian Bosch
Was haben die Dr. Wolfgang Schuster (OB Stuttgart), Martin Jetter (Chef IBM Deutschland), Oliver Seidl (Vorstand Loewe) und Anders Sund Jensen (Leiter Markenkommunikation Mercedes) gemeinsam? Sie alle, und noch viele weitere tolle Redner, haben uns auf dem Creative Leaders´ Day ihre Gedanken zu Wegen aus der Krise mitgeteilt.
Und gerne hätte ich, ob der großen Namen, viele neue Ideen und Ansätze präsentiert. Doch leider blieb es meist bei Bewährtem.
Dr. Wolfgang Schuster, OB von Stuttgart, sieht die Tüfftler-Mentalität als Stärke der Region. Anders Sundt Jensen, Leiter Markenkommunikation von Mercedes, ist der Meinung, dass der Verbraucher gerade in Krisenzeiten Orientierung braucht – und die ihm Mercedes gerne geben möchte. Martin Jetter, Chef von IBM Deutschland, glaubt an Innovation durch Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Staat. Oliver Seidl, Vorstand von Loewe, wollte durch die „Loewe Best Practice“ zeigen, wie man aus einem Krisenunternehmen ein Erfolgsunternehmen machen kann (leider hatte ich es eher als Loewe-Verkaufsveranstaltung wahrgenommen).
Jean-Remy von Matt wollte eigentlich seinen 7-Punkte-Plan persönlich vorstellen, konnte aber leider nicht, da er mit Sommergrippe das Bett hüten musste. Stellvertretend wurde seine Rede vorgelesen. Inhaltlich aber leider etwas enttäuschend. Was wieder einmal bestätigt, dass die Art des Referenten (Ausstrahlung, Stimme, Rhetorik, Gestik) wichtiger ist, als der Inhalt.
Am besten gefallen haben mir aber zwei, die bislang gar nicht genannt wurden:
1. Miha Pogacnik, wahrhaft außergewöhnlicher Violinist, zeigt anhand eines Stücks, welche Ähnlichkeiten zwischen Wirtschaftsunternehmen und klassischer Musik bestehen. Sein Vortrag war wirklich mal was Neues und voller Kraft (Miha Pogacnik mit einem sehr ähnlichen Vortrag bei YouTube!)
Hier rechts übrigens sein Ergebnis auf Flipchart, direkt mit dem iPhone eingefangen:
2. Jochen Rädeker von der Stuttgarter Agentur Strichpunkt, zwar ohne Violine, aber dennoch gut, weil er sich als Einziger kritisch zur Zukunft der klassischen (Image-) Werbung äußerte. In vielen Punkten fand ich unsere Einschätzung wieder.
Meine verkürzte Version: Den meisten geht es darum, ein Produkt oder Unternehmen durch die Außenkommunikation möglichst gut darzustellen – oft aber haben Produktqualität und Unternehmens-Philosophie mit dem Bild im Außen nicht viel gemeinsam. Wir meinen aber, dass zunächst nur das Produkt und die Werte im Unternehmen zählen. Die Aufgabe der Kommunikation liegt dann ausschließlich darin, dies möglichst authentisch nach außen zu tragen. Die Basis ist also nicht gute Werbung, sondern sind Werte und Qualität, für die Unternehmen und Produkt stehen.
Trotz der Vielfalt und Bekanntheit aller Redner, hatten Sie für mich eines gemeinsam:Es ging nur um das „Außen“. Also die Markenstrategie von Mercedes-Benz. Oder das Erfolgsmodell von Loewe. Oder die 7 Tipps für Unternehmen von Jean-Remy von Matt.
Der erste Schritt nach vorn ist nicht die Unternehmensstrategie. Und nicht die Werbung. Und auch nicht die Innovation. Der allererste Schritt ist, mich aus dem Gerede von Krise und Absturz rauszunehmen und wieder das positive in den Vordergrund zu stellen. Davor ist man meiner Ansicht nach blockiert und wenig offen für neue Wege.
Gerne schreibe ich in den nächsten Tagen dazu meine persönliche Sicht der Dinge. Und wie ich versuche, mich aus dem Krisen-Gerede rauszuhalten.