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Themenabend Social Media: Eintagsfliege oder die Zukunft der Kommunikation?

Donnerstagabend, 23:45 Uhr. Gemeinsam mit den letzten Gästen lassen wir den Abend bei einem Glas Wein ausklingen. Als Veranstalter sind wir nun etwas erledigt, aber auch sehr zufrieden. Doch immer der Reihe nach.

Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Themenabend“ greifen wir seit zwei Jahren regelmäßig aktuelle Themen auf. Dieses Mal ging es um das Thema Social Media und um die nicht ganz unbedeutende Frage, ob es sich dabei um eine Eintagsfliege oder gar die Zukunft der Kommunikation handelt.

Gerechnet hatten wir mit 12-15 Anmeldungen, am Ende waren es gut 40. Bunt gemischt. B2C wie B2B. Mittelstandsunternehmen wie Konzerne. Kunden und Nicht-Kunden.

An zwei Abenden haben wir es uns daher in der Academie der schönsten Künste in der Stuttgarter City gemütlich gemacht und den Vortragenden Nina King und Henning Schürig gelauscht. Zu erfahren gab es viel Interessantes – Basiswissen, interessante Kampagnen… aber auch, wie man es nicht machen sollte. Zudem ging es um konkrete Anleitungen für Unternehmen, die sich im Social Web engagieren möchten. Mit umfangreichen Checklisten für die aktiven bei der täglichen Arbeit, aber auch mit einer Anleitung für die ersten Schritte, wenn man zunächst noch abwarten möchte, sich aber dennoch nichts verbauen möchte.

Eine Frage kam an beiden Abenden aber immer wieder auf:
Welche Leistungen kann bei den ganzen Aufgaben meine Agentur übernehmen? Unsere Einschätzung hierzu ist klar: Bei Beratung, Konzeption, technischer Umsetzung und Überwachung ist es sinnvoll, mit seiner Agentur zu arbeiten. Aber die Inhalte, Tweets, Antworten auf Fragen von Usern usw. sollten direkt aus dem Unternehmen kommen. Denn das Social Web muss vor allem eines sein: authentisch. Und das erreicht man vor allem, wenn die Inhalte von innen heraus aus den Unternehmen kommen.

Hier übrigens noch das Video, mit dem wir beide Abende begonnen haben, sozusagen als kleine Einführung – sehr interessant! (mit dem Video würden wir dann auch die Frage bezügl. Eintagsfliege oder Zukunft der Kommunikation beantworten).

3. März 2010 // Sebastian Bosch // Allgemeines

Feuer, alle raus!

Am Morgen danach wache ich viel zu früh auf und frage mich: war das alles nur ein Traum? Ich brauche nur eine gefühlte Sekunde um mich ziemlich genau zu erinnern. Und um festzustellen, dass es kein Traum war.

Begonnen hatte zur Mittagszeit alles mit einem Poltern und Klopfen im Treppenhaus. Und mit der Feuerwehr, die plötzlich in unserem Büro stand und sagte: Feuer, alle raus!

Schnell war klar, es handelt sich um einen Elektrobrand im 5. OG unseres Hauses, direkt unter dem Dach. Verletzt wurde niemand, die Feuerwehr war von unseren Kanzlei-Kollegen im 4. OG rechtzeitig informiert worden und binnen 5 Minuten am Ort. Der Brand war noch sehr klein. Also alles kein Grund zur Sorge, in ein bis zwei Stunden können wir weiterarbeiten.

Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, entschieden wir uns, unsere Mitarbeiter beim gegenüberliegenden Italiener zum Mittagessen einzuladen. Und während wir saßen in fröhlicher Runde (“Jetzt brennt´s in der Agentur mal wirklich”) stieg langsam etwas Unsicherheit in uns auf. Warum qualmte der Dachstock immer noch? Warum kommen immer mehr Feuerwehrleute? Warum pumpen die mit sechs, sieben Feuerwehrschläuchen Unmengen an Wasser da oben rein?

Durch die Nähe zur Feuerwehr und die fachkundige Info unserer Mitmieter und Kunden Arcass Architekten, wurde der Grund bekannt: durch die Dachkonstruktion ist es für die Feuerwehr unheimlich schwer, den Brand in den Griff zu bekommen. Als Laie verstand ich das so, dass im DG erst eine Gipswand, dann Holz, dann Aluminium dann Dämmstoffe und zum Schluss noch einmal das Kupferdach kommen. Und durch die zwei Metallschicken konnten die Feuerwehrleute nicht an den eigentlichen Brandherd kommen. Am Ende wird mit massivem Arbeitsmaterial von innen und außen das Dach aufgerissen. Doch das zieht sich alles und Sekunde für Sekunde rauscht das Wasser ins DG unseres Bürohauses.

Nicht einmal zwei Stunden später tropft es in unserem Büro zwei Stockwerke darunter heftig von der Decke. Und es wird immer mehr. Wir drei Geschäftsführer bleiben im Büro und machen Schadensbekämpfung: Alle Eimer, Blumentöpfe, Lappen, Papiertücher… alles muss herhalten, um die Wassermassen etwas zu stoppen. Wir kippen alle paar Minuten riesige Eimer in den Abfluss… doch es werden immer mehr Stellen. Die Decken verfärben sich komplett, alles feucht, überall tropft es. Wasser ist ein unaufhaltsamer Gegner.

Als es dunkel wird und weiterhin kein Ende in Sicht, entscheiden wir uns für eine erste Krisensitzung. Mittlerweile gibt es Gerüchte, so eine Renovierung (vielleicht eher Sanierung) kann Wochen oder gar Monate dauern. Im Moment weiß das keiner, aber wir haben dafür Sorge zu tragen, dass unser Geschäft möglichst am nächsten Morgen weiter läuft. Nur wie, ohne Büro?

Der Plan für die ersten Stunden steht schnell: die wichtigsten Server werden zu Glenn Kusardi, unserem Technikchef, transportiert. Er wird sich in der Nacht darum kümmern, dass am Morgen alle Mitarbeiter von zu Hause aus auf ein paar Daten zugreifen können, um zumindest die wichtigsten, fast hätte ich “brennensten” Dinge gesagt,  erledigen zu können. Ich selbst informiere Kunden und Mitarbeiter und mache mich an Abstimmung mit unserem Vermieter und Versicherer, der Allianz.

Ist das alles eine Katastrophe für uns? Sicher nicht, es hätte weitaus schlimmer kommen können. Und nun haben wir die Gelegenheit, uns als gute Unternehmer und Krisenmanager zu beweisen. Ein erstklassiges Team haben wir dafür. Also: Let´s do it!

Links dazu:
Bericht in der Stuttgarter Zeitung
Bericht mit Film der Stuttgarter Nachrichten
Bericht in der Bild

3. Oktober 2009 // Sebastian Bosch // Allgemeines

Agentur-Umzug: Mittendrin statt nur dabei

Heilbronner Straße, Friedrichstraße, Herdweg, Johannesstraße… in den letzten beiden Jahren haben wir in Sachen Büro viel gesehen. Das Angebot ist groß – doch meist auch weit weg von unseren Vorstellungen. Doch Anfang August sollte sich das ändern: Urbanstraße 1, Stuttgart.11 Uhr. Ein Besichtigungstermin mit dem Vermieter. Von außen schon einmal toll. Jugendstilgebäude, schön erhalten. 3.OG. Hohe Räume, alter Parkett, teilweise mit Stuckdecken. Das ganze im Zentrum, beste ÖPNV-Anbindung. Was will man mehr? Zwei Wochen und einige Verhandlungsrunden später war der Mietvertrag unterschrieben. Nun sind wir auch mittendrin statt nur dabei.

Dazwischen lagen noch einige stressige Wochen. Man sollte nicht glauben, was es alles bei einem Umzug zu beachten gibt. Und wer alles informiert sein will. Einige Beispiele? Amtsgericht, Landratsamt (Mülltonnen, Fahrzeuge…), Bank 1, Bank 2, Versicherungen (Haftpflicht, Rechtsschutz, Elektro, Fahrzeug1, Fahrzeug2, …), Krankenversicherungen (Mitarbeiter1, Mitarbeiter2…), Leasinggesellschaften (Server1, Server2… Fahrzeug1, Fahrzeug2, …), Verlage/Abonnements und gefühlt unendlich viele Lieferanten und Partner, mit denen man über die Jahre zusammengearbeitet hat. Gut, dass es jetzt wieder eine Weile Ruhe hat.

Am Ende sind wir alle happy, dass der Umzug doch so reibungslos geklappt hat. Aber das wichtigste: Ich denke, alle Mitarbeiter fühlen sich wohl und freuen sich auf die Zeit in den neuen Räumen. Daher an dieser Stelle auch unseren Dank an die, die maßgeblich dazu beigetragen haben: Die Allianz, die uns die Räume vermietet, das Umzugsunternehmen Arnholdt, die Telefon- und IT-Spezialisten von TeufelNet und Dank auch an unsere Freunde von der Telekom, die trotz Anlaufschwierigkeiten gute Arbeit geleistet haben.

Allen Mitarbeitern und Kollegen viel Spaß und Erfolg im neuen Büro!

Und hier noch ein paar Eindrücke vom Umzugstag…

PS: Am Freitag, 23.10.09, ist unser Einweihungsfest. Kunden, Freunde und Partner sind herzlich eingeladen!

Gedanken-Hygiene

OK, ich gebe zu: der Titel dieses Blog-Eintrags klingt ungewohnt. Anders, als alle anderen Headlines. Und eigentlich geht es ja auch nur um ein Versprechen, das es noch einzulösen gilt.

Doch der Reihe nach: In meinem letzten Blog-Beitrag hatte ich von dem Creative Leaders´ Day in Stuttgart berichtet. Viele bekannte Menschen aus Politik, Wirtschaft und der Kreativ-Szene hatten sich einen Tag lang darüber ausgetauscht, wie man mit Kreativität aus der Krise kommt.

Obwohl alles namhafte Referenten waren, hatten sie für mich alle etwas gemeinsam: Sie haben mit oberflächlichen Ideen versucht, Impulse zu geben. Oder anders ausgedrückt: Sie haben nur das Äußere beschrieben. Damit meine ich, dass es um Strategien ging, wie man aus der Krise kommt. Zum Beispiel durch Innovation, durch Vernetzung oder durch eine bessere Kommunikation.

Ich bezweifle gar nicht, dass da viel Wahres dabei ist. Ich meine aber, dass KEINER der Redner auf den eigentlichen Kern eingegangen ist: die Gedanken, die Einstellung eines Menschen. Und das ist meiner Ansicht nach das zentrale Thema in einer schwierigen Situation!

Wenn ich mit einer Untergangsstimmung durch die Welt spaziere, wie will ich dann innovativ sein oder besser kommunizieren? Wie will ich kreative Ideen entwickeln, andere Menschen motivieren und Kunden begeistern?

visionärin

Was heißt Gedanken-Hygiene?
Gedanken-Hygiene heißt für mich, dass man zunächst mal seinen Gedanken mehr Aufmerksamkeit schenkt, sich bewusst mit ihnen befasst. Und es heißt, dass man versucht, negative Gedanken in Positive zu drehen.

Beispiel: Hat man eine größere Aufgabe zu meistern, denken viele Menschen oft an das, was schief gehen könnte. Besser ist es m.E., dass man sich darauf konzentriert, welche Chancen und schönen Dinge damit verbunden sind – was dazu führt, dass man viel optimistischer an die Aufgabe geht und sie daher sicher auch erfolgreicher abschließt.

Das macht aber natürlich nur für Menschen Sinn, die offen dafür sind und glauben, dass sich Gedanken – ganz gleich ob positiv oder negativ – auch auf mein reales Leben auswirken (siehe Beispiele „Wie will ich innovativ sein oder begeistern, wenn ich mit einer Untergangsstimmung durch die Welt spaziere“).

Daher bin ich davon überzeugt, dass man zunächst auf sich und seine Gedanken/Einstellung achten sollte. Und sich anschließend mit voller Leidenschaft der Innovation, der Vernetzung oder der besseren Kommunikation widmen kann.

1. Creative Leaders’ Day – Mit Creative Leadership aus der Krise!

creative-leaders-dayWas haben die Dr. Wolfgang Schuster (OB Stuttgart), Martin Jetter (Chef IBM Deutschland), Oliver Seidl (Vorstand Loewe)  und Anders Sund Jensen (Leiter Markenkommunikation Mercedes) gemeinsam? Sie alle, und noch viele weitere tolle Redner, haben uns auf dem Creative Leaders´ Day ihre Gedanken zu Wegen aus der Krise mitgeteilt.

Und gerne hätte ich, ob der großen Namen, viele neue Ideen und Ansätze präsentiert. Doch leider blieb es meist bei Bewährtem.

Dr. Wolfgang Schuster, OB von Stuttgart, sieht die Tüfftler-Mentalität als Stärke der Region. Anders Sundt Jensen, Leiter Markenkommunikation von Mercedes, ist der Meinung, dass der Verbraucher gerade in Krisenzeiten Orientierung braucht – und die ihm Mercedes gerne geben möchte. Martin Jetter, Chef von IBM Deutschland, glaubt an Innovation durch Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Staat. Oliver Seidl, Vorstand von Loewe, wollte durch die „Loewe Best Practice“ zeigen, wie man aus einem Krisenunternehmen ein Erfolgsunternehmen machen kann (leider hatte ich es eher als Loewe-Verkaufsveranstaltung wahrgenommen).

Jean-Remy von Matt wollte eigentlich seinen 7-Punkte-Plan persönlich vorstellen, konnte aber leider nicht, da er mit Sommergrippe das Bett hüten musste. Stellvertretend wurde seine Rede vorgelesen. Inhaltlich aber leider etwas enttäuschend. Was wieder einmal bestätigt, dass die Art des Referenten (Ausstrahlung, Stimme, Rhetorik, Gestik) wichtiger ist, als der Inhalt.

Am besten gefallen haben mir aber zwei, die bislang gar nicht genannt wurden:

Das kreative Ergebnis

1. Miha Pogacnik, wahrhaft außergewöhnlicher Violinist, zeigt anhand eines Stücks, welche Ähnlichkeiten zwischen Wirtschaftsunternehmen und klassischer Musik bestehen. Sein Vortrag war wirklich mal was Neues und voller Kraft (Miha Pogacnik mit einem sehr ähnlichen Vortrag bei YouTube!)

Hier rechts übrigens sein Ergebnis auf Flipchart, direkt mit dem iPhone eingefangen:

2. Jochen Rädeker von der Stuttgarter Agentur Strichpunkt, zwar ohne Violine, aber dennoch gut, weil er sich als Einziger kritisch zur Zukunft der klassischen (Image-) Werbung äußerte. In vielen Punkten fand ich unsere Einschätzung wieder.

Meine verkürzte Version: Den meisten geht es darum, ein Produkt oder Unternehmen durch die Außenkommunikation möglichst gut darzustellen – oft aber haben Produktqualität und Unternehmens-Philosophie mit dem Bild im Außen nicht viel gemeinsam. Wir meinen aber, dass zunächst nur das Produkt und die Werte im Unternehmen zählen. Die Aufgabe der Kommunikation liegt dann ausschließlich darin, dies möglichst authentisch nach außen zu tragen. Die Basis ist also nicht gute Werbung, sondern sind Werte und Qualität, für die Unternehmen und Produkt stehen.

Trotz der Vielfalt und Bekanntheit aller Redner, hatten Sie für mich eines gemeinsam: Es ging nur um das „Außen“. Also die Markenstrategie von Mercedes-Benz. Oder das Erfolgsmodell von Loewe. Oder die 7 Tipps für Unternehmen von Jean-Remy von Matt.

Der erste Schritt nach vorn ist nicht die Unternehmensstrategie. Und nicht die Werbung. Und auch nicht die Innovation. Der allererste Schritt ist, mich aus dem Gerede von Krise und Absturz rauszunehmen und wieder das positive in den Vordergrund zu stellen. Davor ist man meiner Ansicht nach blockiert und wenig offen für neue Wege.

Gerne schreibe ich in den nächsten Tagen dazu meine persönliche Sicht der Dinge. Und wie ich versuche, mich aus dem Krisen-Gerede rauszuhalten.

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