Immer häufiger sieht man sie, ein typisches Web 2.0 Phänomen, das vornehmlich in der rechten Spalte anzufinden: Tag Clouds. Sie bieten viele Vorteile für den Benutzer, doch fehlerhaft umgesetzt sind sie nur dekorative Trendboxen, die den großen Nutzen verfehlen – Dabei bieten Tag Clouds eine optimale Alternative zu traditionellen Navigationsstrukturen, die nicht -wie herkömmlich- von Autoren erstellt, sondern dynamisch und objektiv aus den wichtigsten und beliebtesten Inhalten erzeugt werden.

Gut gestaltete Tag Clouds
Allgemein betrachtet bezeichnet Tagging den Vorgang Daten mit zugehörigen Schlüsselbegriffen sog. Keywords zu verknüpfen. Eine Tagcloud stellt dabei die Bedeutung und Häufigkeit eines Tags bezogen auf andere Tags dar. Je wichtiger und häufiger ein Tag verknüpft wurde desto größer und auffälliger wird es wahrgenommen.
Vor allem zur Orientierung in großen Inhaltsmengen wie News- und Pressearchiven oder Weblogs schaffen sie Überblick über die Inhalte und erleichtern die Navigation durch den Content. Ganz nebenbei verbessern Tag Clouds dabei die interne Verlinkung, positiv auch für die Optimierung für Suchmaschinen.
Probleme von Tag Clouds
Doch neben den großen Vorteilen bringen Tag Clouds auch immer wieder Probleme mit sich.
Tags werden oft doppelt vergeben (unterschiedliche Groß- und Kleinschreibung, Singular-/ Pluralvarianten) oder die Bedeutung des Begriffes ist ungenügend spezifisch (Design für Grafikdesign oder Softwaredesign oder Webdesign?). Manchmal kommt es sogar vor, dass Tag Clouds, die mittels „quick’n’dirty-tagging“ erzeugt wurden, irrelevante Begriffe oder sogar Spam beinhalten.
Eine weitere große Herausforderung in Bezug auf Tag Clouds ist ihr Design. Das ausgefallene Design hebt sich oftmals stark von dem Corporate Design der Webseite ab und sticht oftmals dadurch negativ heraus. Für den Designer stellen Tag Clouds eine der größten Herausforderung dar. Ist es möglich eine solche Wortsammlung optisch und typografisch so zu gestalten, dass sie auch dynamisch erzeugt sich gut in das Design der Webseite integrieren?
Galerie mit positiven Beispielen
Das Fazit
Die Möglichkeiten zur Gestaltung von Tag Clouds sind unendlich und es wird in keinem Fall eine universelle Musterlösung geben, die sich in jedes Corporate Design und in jeden Inhalt integrieren lässt. Doch wenn einem klar ist wofür der Benutzer die Tag Cloud verwenden soll und man sich optische Glanzstücke anschaut, so wird man zu einem optimalen Ergebnis kommen und hat am Ende eine Tag Cloud, die durch die einfache Bedienung und den Vorteil für den Benutzer hervorsticht.
Links
wordle.net Java basierte Tag Cloud
Ein optisch sehr ansprechendes Beispiel für Begriffswolken ist Wordle, eine mit Java erzeugte Tag Cloud mit gestalterischen Raffinessen. Doch nur gestalterisches Geschick reicht hier nicht aus. Die Begriffe der Tag Cloud sind nicht verlinkt, das Element ist nur als Java-Plugin sichtbar, somit ist das Element für die Suchmaschinen unbrauchbar.
http://flex.scoutant.org/tag/tagcloud Flash-basierte Tag Cloud
http://internetblogger.de/2008/06/tagcloud-als-flash-einrichten/Flash-basierte Tag Cloud für WordPress
Eine bessere Alternative sind Flash-basierte Tag Clouds. Mit der verbesserten Technologie können sie mittlerweile dynamisch erzeugt werden und auch für Suchmaschinen so aufbereitet werden, dass deren Inhalt von den Robotern wahrgenommen wird. Dennoch bieten sie derzeit nicht die gleichen Möglichkeiten wie HTML-basierte Tag Clouds. Es braucht vermutlich noch ein wenig Zeit und steigende Akzeptanz von Flash bis diese Alternative sich durchsetzen kann.
http://mitkbh.dk/ Tags verbinden
Eine weitere sehr nützliche Methode ermöglicht das Verbinden von verschiedenen Begriffen in einer Tag Cloud durch anklicken verschiedener Wörter. Dies ermöglicht eine sehr einfache und intuitive Suchanfrage und wird vermutlich in der Zukunft häufiger anzufinden sein.



