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Der Tag nach dem Brand (UPDATE)

Irgendwie steckt uns allen der Schrecken noch in den Gliedern. Dass es so heftig wird, hatte bei uns niemand erwartet. Wir gingen anfangs von einer etwas ausgedehnteren Mittagspause aus, aber letztlich hat die Feuerwehr das Feuer wohl erst in der vergangenen Nacht vollständig löschen können.

Dazu hat sie nicht nur das Dach aufreißen müssen, sondern natürlich auch Unmengen Wasser hineingepumpt. Unsere Büroräume werden über Monate hinweg nicht nutzbar sein.
Aber wie unser Geschäftsführer Sebastian Bosch im vorherigen Blog-Eintrag schon sagte: Wir nehmen die Herausforderung an und machen das Beste draus.

Gute 24 Stunden nachdem wir wegen des Feuers das Gebäude verlassen können, wissen wir bereits, dass wir im Nachbargebäude unterkommen können. Der Umzug wird bereits rund um das Wochenende über die Bühne gehen.

Bis dahin sind unsere Telefone auf unseren Geschäftsführer Sebastian Bosch umgeleitet und unsere internen Server stehen bei Glenn Kusardi, unserem Technik-Geschäftsführer. Dadurch haben wir wieder Zugriff auf unsere E-Mails und auch auf die Agentur-Software in der die Kundendaten gespeichert sind, sowie unseren Entwicklungsserver. Die Server laufen noch nicht ganz stabil, aber somit sind wir wenigstens in den Grundfunktionen bereits wieder arbeitsfähig.

Man sieht: Trotz des ersten Schocks sind wir nicht in Schockstarre verfallen, sondern arbeiten mit Hochdruck daran, wieder vollumfänglich den gewohnten Service für unsere Kunden zu bieten.

Das zeigt auch elternstreich.de, eine von uns umgesetzte Kampagne unseres Kunden Wagner, die heute wie geplant online ging.

Wir werden weiter hier und auf Twitter (@mosaiqmedia) über die aktuellen Entwicklungen informieren und hoffen natürlich auf Verständnis, wenn es jetzt erstmal an der einen oder anderen Stelle etwas hakt.

P.S.: Auch die Stuttgarter Zeitung berichtet heute über den Brand und die Lage für MOSAIQ MEDIA.

UPDATE von Glenn Kusardi: Weitere Berichte über die Ereignisse aus Sicht der Web 2.0-Medienwelt im “Life Enhancing Trivia”-Blog, außerdem auf ihre ganz eigene Art und Weise in den Blogs von brezel.me (mit einem Bericht und hier wie uns Harald Hall Roofing aus Stuttgart, Arkansas, USA helfen kann) und kessel.tv (mit einem Bericht).
Und die bereits genannten Artikel: Bericht in der Stuttgarter Zeitung, Bericht mit Film der Stuttgarter Nachrichten, Bericht in der Bild

Feuer, alle raus!

Am Morgen danach wache ich viel zu früh auf und frage mich: war das alles nur ein Traum? Ich brauche nur eine gefühlte Sekunde um mich ziemlich genau zu erinnern. Und um festzustellen, dass es kein Traum war.

Begonnen hatte zur Mittagszeit alles mit einem Poltern und Klopfen im Treppenhaus. Und mit der Feuerwehr, die plötzlich in unserem Büro stand und sagte: Feuer, alle raus!

Schnell war klar, es handelt sich um einen Elektrobrand im 5. OG unseres Hauses, direkt unter dem Dach. Verletzt wurde niemand, die Feuerwehr war von unseren Kanzlei-Kollegen im 4. OG rechtzeitig informiert worden und binnen 5 Minuten am Ort. Der Brand war noch sehr klein. Also alles kein Grund zur Sorge, in ein bis zwei Stunden können wir weiterarbeiten.

Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, entschieden wir uns, unsere Mitarbeiter beim gegenüberliegenden Italiener zum Mittagessen einzuladen. Und während wir saßen in fröhlicher Runde (“Jetzt brennt´s in der Agentur mal wirklich”) stieg langsam etwas Unsicherheit in uns auf. Warum qualmte der Dachstock immer noch? Warum kommen immer mehr Feuerwehrleute? Warum pumpen die mit sechs, sieben Feuerwehrschläuchen Unmengen an Wasser da oben rein?

Durch die Nähe zur Feuerwehr und die fachkundige Info unserer Mitmieter und Kunden Arcass Architekten, wurde der Grund bekannt: durch die Dachkonstruktion ist es für die Feuerwehr unheimlich schwer, den Brand in den Griff zu bekommen. Als Laie verstand ich das so, dass im DG erst eine Gipswand, dann Holz, dann Aluminium dann Dämmstoffe und zum Schluss noch einmal das Kupferdach kommen. Und durch die zwei Metallschicken konnten die Feuerwehrleute nicht an den eigentlichen Brandherd kommen. Am Ende wird mit massivem Arbeitsmaterial von innen und außen das Dach aufgerissen. Doch das zieht sich alles und Sekunde für Sekunde rauscht das Wasser ins DG unseres Bürohauses.

Nicht einmal zwei Stunden später tropft es in unserem Büro zwei Stockwerke darunter heftig von der Decke. Und es wird immer mehr. Wir drei Geschäftsführer bleiben im Büro und machen Schadensbekämpfung: Alle Eimer, Blumentöpfe, Lappen, Papiertücher… alles muss herhalten, um die Wassermassen etwas zu stoppen. Wir kippen alle paar Minuten riesige Eimer in den Abfluss… doch es werden immer mehr Stellen. Die Decken verfärben sich komplett, alles feucht, überall tropft es. Wasser ist ein unaufhaltsamer Gegner.

Als es dunkel wird und weiterhin kein Ende in Sicht, entscheiden wir uns für eine erste Krisensitzung. Mittlerweile gibt es Gerüchte, so eine Renovierung (vielleicht eher Sanierung) kann Wochen oder gar Monate dauern. Im Moment weiß das keiner, aber wir haben dafür Sorge zu tragen, dass unser Geschäft möglichst am nächsten Morgen weiter läuft. Nur wie, ohne Büro?

Der Plan für die ersten Stunden steht schnell: die wichtigsten Server werden zu Glenn Kusardi, unserem Technikchef, transportiert. Er wird sich in der Nacht darum kümmern, dass am Morgen alle Mitarbeiter von zu Hause aus auf ein paar Daten zugreifen können, um zumindest die wichtigsten, fast hätte ich “brennensten” Dinge gesagt,  erledigen zu können. Ich selbst informiere Kunden und Mitarbeiter und mache mich an Abstimmung mit unserem Vermieter und Versicherer, der Allianz.

Ist das alles eine Katastrophe für uns? Sicher nicht, es hätte weitaus schlimmer kommen können. Und nun haben wir die Gelegenheit, uns als gute Unternehmer und Krisenmanager zu beweisen. Ein erstklassiges Team haben wir dafür. Also: Let´s do it!

Links dazu:
Bericht in der Stuttgarter Zeitung
Bericht mit Film der Stuttgarter Nachrichten
Bericht in der Bild